Erlebnisse einer Wolfenbüttel-Fahrenden

15. Juli 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Unsere Korrespondentin klärt uns auf.

Teil vier

Danach nichts wie zurück ins Gästehaus und umgezogen für den eigentlichen Höhepunkt: die samstagabendliche Party. Wie gewöhnlich kam ich bereits ausgehungert in der Kuba an, aber zunächst galt es noch, den Programmpunkt Preisverleihung mit musikalischer Untermalung hinter sich zu bringen. Endlich wurde das Buffet eröffnet, und wieder einmal verpasste ich den richtigen Zeitpunkt. Erst zieren sich alle – ich jedenfalls ziere mich -, und plötzlich stehen vor mir hundert Leute in der Schlange. An meiner Buffetstrategie muss ich noch arbeiten.

(Foto: Pratyeka)

Irgendwann wurde dann die Musik lauter, und damit war auch die Tanzfläche eröffnet und wie jedes Jahr im Handumdrehen gedrängt voll. Und dann muss irgendjemand an der Uhr gedreht haben, denn gleich darauf war es drei Uhr morgens, die Lichter gingen an, und fußlahm wankte ich mit mehreren Kollegen zurück Richtung Unterkunft.
Die Entscheidung, die Sonntagsveranstaltung ausfallen zu lassen, war im Prinzip schon vor dem Schlafengehen gefallen, aber spätestens als ich die Tür der Duschkabine öffnete und mein Blick wieder auf eine Überschwemmung fiel, stand mein Entschluss fest. Ich würde einfach einen früheren Zug nehmen, wäre früher zuhause und hätte so am Nachmittag mehr Zeit für ein ausgedehntes Nickerchen. Doch ach, die Deutsche Bahn, die Umstände oder was auch immer waren dagegen. Zwar wurde ich in Hannover nicht wieder von einem Bahnsteig zum nächsten geschickt, aber dafür kam ich mit Verspätung dort an, verpasste meinen Anschlusszug, der nächste Zug sollte ebenfalls Verspätung haben, fiel dann ganz aus, und als ich nach über sieben Stunden endlich wieder in Düsseldorf war, fiel auch mein Nachmittagsschlaf aus, weil nämlich der Nachmittag schon vorbei war. Seither schlage ich übrigens nicht mehr vor, wir könnten doch genauso gut mit dem Zug nach Wolfenbüttel fahren.

P.S. Allen, denen an diesem Bericht jetzt etwas Spanisch vorkommt, sei freimütig eingestanden, dass ich hier mehrere Wolfenbüttel-Teilnahmen zu einer fiktiven kondensiert und mir überdies die eine oder andere dichterische Freiheit herausgenommen habe.

Alice Jakubeit

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