Erlebnisse einer Wolfenbüttel-Fahrenden

6. Juli 2011 § Ein Kommentar

Unsere Korrespondentin klärt uns zwischendurch auf.

Teil drei

Leider gehöre ich nicht zu den Menschen, die beim ersten Weckerklingeln freudig die Bettdecke von sich werfen und energiegeladen den neuen Tag angehen. So ein richtiggehender Morgenmuffel bin ich nicht mehr, aber es ist doch hilfreich, wenn morgens nicht allzu viel schief geht. Nicht hilfreich war die Überschwemmung, auf mein Blick fiel, als ich die Tür der Duschkabine nach vollbrachter Waschung öffnete. Vielleicht war die Duschkabine ja gar keine Duschkabine, sondern eigentlich ein Kleiderschrank? Der Wirt des Gästehauses sah leider keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, als ich ihm nicht gerade bester Laune von dem Mangel erzählte.
Egal. Ab jetzt konnte der Tag nur noch besser werden. Für den Vormittagsworkshop hatte ich mich für das Thema US-Bildungswesen entschieden. Das fand ich zwar nicht unbedingt spannend, aber es konnte nicht schaden, da endlich einmal durchzublicken. Zunächst bekam meine Überzeugung vom Tag, der jetzt nur noch besser werden konnte, allerdings noch einen empfindlichen Dämpfer versetzt, denn ich musste das Protokoll schreiben, was ich hasse und auch nicht sonderlich gut kann. Schon allein, weil ich meine Notizen hinterher nicht mehr lesen kann. Aber zum Glück handelte die Workshopleiterin das sperrige Thema ausgesprochen amüsant ab. Und der Abgabetermin für das Protokoll schien noch in weiter Ferne zu liegen.Die Mittagszeit bot dann Gelegenheit zu einer meiner Lieblingsbeschäftigungen: auf einer Caféterrasse sitzen und die Leute an mir vorbeidefilieren lassen. Das kann man in Wolfenbüttel wunderbar, und zum Glück war das Wetter jetzt deutlich besser als am Freitag. Ich überlegte, wie lange ich wohl dort sitzen bleiben müsste, bis auch der letzte Kollege an mir vorbeigekommen wäre, aber schon war es Zeit für den Nachmittagsworkshop. Dafür hatte ich mir wieder etwas Lehrreiches ausgesucht: Profiling, schließlich übersetze ich häufiger Krimis und Thriller. Es wurden interessante drei Stunden, aber ich musste doch erkennen, dass ich nicht ganz tatortfotofest bin.

Alice Jakubeit

Advertisements

Post #1

18. Juni 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Nun stehen alle in den Startlöchern und wir üben das Bloggen. Im altehrwürdigen Bürgermeisterzimmer im Rathaus der Stadt Wolfenbüttel. Samstag früh. Die Webmistress und Workshopleiterin hat allen Erwartungen zum Trotz die Technik mehr oder weniger zum Laufen gebracht und verschiedene Blogs von Übersetzerinnen vorgestellt. Leider hauptsächlich auf Englisch, denn die deutschsprachigen Übersetzer sind noch nicht ganz so mitteilungsfreudig wie ihre Kollegen im Übersee. Wir haben über das Warum vom Bloggen geredet – will ich mich selbst bekannter machen, habe ich ganz wichtige Meinungen, die ich kundtun möchte, will ich meine Arbeit bewerben, will ich in eine Diskussion treten? Und über das Wie – wie schreibt man für ein Blog, kurz oder lang, humorvoll oder ernst, und was kann ich als Würze noch dazu geben?

Und jetzt sollen alle sehen, wie verdammt einfach das Bloggen an sich geht. Wahnsinn, oder? Bald blüht hier hoffentlich ein paradiesischer Garten voller Einträge. Und vielleicht fühlt sich der eine oder andere Teilnehmer dazu inspiriert, ein eigenes oder weiterführendes gemeinsames Blog ins Leben zu rufen.

Katy Derbyshire

Wo bin ich?

Du durchsuchst momentan die Kategorie Uncategorized auf Die Übersetzer.